Sonntag, 24. August 2014

Lampenschirm trifft Häkeldeckchen

Bevor der Lampenschirm das Deckchen getroffen hat ist er mit unserem Tisch zusammengestoßen und in mehrere Teile zerbrochen. Schade, denn es war eine fein gearbeitete Lampe mit schönem Lampenschirm. Deshalb haben wir den Glasbruch notdürftig geklebt und als Form verwendet.

 

Geformt wurde ein Abschnitt eines gehäkelten Tischläufers, der eigentlich schon "abgeschrieben" war. Gefunden habe ich den Läufer aus brauner Kunstseide Second Hand. Entfärben und bleichen schlugen fehl, der Läufer hatte anschließend einen beige-weißen Farbverlauf. Beim Strecken im nassen Zustand rissen einige Fäden. Einen intakten Abschnitt haben wir grob zugeschnitten als Abwicklung der Form des Glaslampenschirms.

Die Glas-Form wurde mit transparenter Küchen-Folie umwickelt und Gummihandschuhe angezogen. In einen kleinen Behälter wurde etwas Epoxidharz und die zugehörige Komponente vermischt, das Deckchen darin getränkt und ohne Verzögerung um die Form drapiert. Schon nach wenigen Minuten setzt die Erstarrung ein und die Form sollte fixiert sein.
Nach dem Trocknen wurde die Form endgültig mit einer Haushaltsschere geschnitten,
danach mit weißer Acrylfarbe angestrichen. Zur Betonung der Form habe ich die Kanten mit silbernem Textilstift und schwarzem wasserfestem Stift angemalt. Das geometrische Häkelmuster passt gut zur der Tapete. Angestrahlt scheint ein warmer Gelbton durch das Muster, der sich durch den Epoxid-Härter ergibt.

Diese Technik habe ich auch für eine Schüssel aus Kunststrickdeckchen angewandt.

Freitag, 22. August 2014

Die Küche, die Pläne und das Leben

Leben ist das, was passiert,
während du eifrig dabei bist,
andere Pläne zu machen

John Lennon in Beautiful Boy

Durch Krankheit hat sich die Renovierung unserer Küche in die Länge gezogen. Endlich ist sie fertig. Die Vliestapete hat uns inspiriert, ein Retro-Thema der 50er Jahre aufzugreifen. Ein paar Wandregale und ein kugeliger Stuhl ergänzen die Stimmung. Die Kaffetassen-Lampe passt ebenfalls gut dazu.


Reststücken der Tapete mit transparenter Folie darüber haben wir für die Aufarbeitung eines Tablettes verwendet.


All diese Dinge spiegeln sich an der neuen schwarzen Spanndecke ... und auch ich als ich mich selbst in der Küche fotografiert habe

 

Dienstag, 19. August 2014

Nadelkissen und andere Handarbeiten auf den Nadeln

Auf dem Flohmarkt sah ich ein Souvenir-Nadelkissen aus dem Harz, ganz schmuddelig sah es aus. Solche Dinge sind für mich magisch, denn ich stelle mir gleich vor, wie sie wieder schön und funktional sein könnten.
Zu Hause habe ich die Füllung herausgenommen, das Körbchen gereinigt, Souvenir-Glitter-Farbe abgeschliffen und um die Füllung ein Stück Damast mit Monogramm neu befestigt. Abgeschnitten habe ich den Stoff mit Monogramm von einer beschädigten Serviette (Hintergrund Collage). Die Monogrammbuchstaben passen für eine Freundin, die das Nadelkissen benutzen wird. Wenn Sachen so passend zusammen finden freue ich mich immer.


Das Aufarbeiten des Nadelkissens benötigte wenig Zeit, mitunter ist es gut so was zwischendurch erledigen zu können, damit mal was fertig wird, denn es gibt auch andere Sachen, die dauern:

Unsere Küche ist noch immer nicht fertig renoviert. Grund war meine Verletzung (Arm gebrochen), Verzögerungen bei der Lieferung einer neuen Haube und die Verschiebung von Handwerker-Terminen. Heute kommt eine neue Deckenverkleidung dran. Eine kleine Fläche haben wir mit Retro-Vliestapete tapeziert. Zum Zuschneiden der Tapete war eine alte Schneidmatte und ein Schneidlineal sehr nützlich.

mit alter Schneidmatte und Lineal Tapeten zuschneiden
Diesen Sommer liegt bei uns Lampenschirm-Upcycling in der Luft, Kaffetassen-Lampen gab es schon zu sehen. Durch Renovierung der Küche hat sich ein Lampen-Ringtausch ergeben und eine ist dabei zu Bruch gegangen. Erst mal kurz geärgert und dann den Bruch als Ausgangspunkt für eine einzigartige Lampe verwendet. Hier schon mal eine Vorschau:
 
 
Zu Beginn des Sommers habe ich die Restaurierung von 2 50er-Jahre-Sesseln gestartet. Die Sessel sind Familienerbstücke und sollen neu gepolstert werden mit einer Patchwork-Fläche aus Jeanshosen-Streifen. Die Hosen wollte ich im Sommer über draußen auftrennen, denn das macht reichlich Dreck. Am Wochenende hab' ich endlich die Hosen gefleddert, auf schönes Wetter wollte ich nicht länger warten. Es waren teilweise Karottenschnitte und Hosen unterschiedlicher Hersteller. Ich mag Jeanshosen und auch krassen Wechsel von hell-dunkel auf den Denim-Stücken. Vielleicht kommt meine Vorliebe dafür aus meiner Jugend, als es Markenjeans für mich nicht zu kaufen gab.
 
 
Abends nehme ich meine Alabama-Chanin-Stickerei zur Hand. Etwa 1/3 an einem Ärmel ist noch zu sticken, dann kann ich die Teile zusammen fügen.
 
 
Anfang des Jahres habe ich eine zweite Granny-Decke zu häkeln begonnen. Es ist mein Unterwegs-Projekt, das ich Ende des Monats auf eine Kurzreise nach Berlin einpacken werde. Reichlich rote Kreise sind schon gehäkelt. Als 2. Farbe folgt weiß und die Form wechselt von rund auf eckig. Daran schließt sich noch schwarz an. Mit den schwarzen Runden wird gleich zusammen gehäkelt.
Übrigens suche ich bei Wolle wenn möglich das Fadenende für den Beginn, denn dann bleibt das Wollknäuel ruhig an seinem Platz und hält auch in der Handtasche Ruhe. Klappt mal besser und mal so wie abgebildet. Ist kein Problem, der Überschuss wird ums Knäul gewickelt und ist schnell weg gehäkelt.
 
mit dem Fadenende beginnen

Gerne lasse ich meine Gedanken schweifen für eine kleine Patchwork-Näherei mit Stoffen von Kristina. Die Stoffe laden ein, eine kleine Landschaft zu gestalten und die Umsetzungspläne wandeln sich von Zeit zu Zeit. Ich denke, es schadet nicht, seinen Nähplänen etwas Zeit zu geben und sie reifen zu lassen.

Noch auf meiner Nähwunschliste ist eine Schnabelina-Tasche. Bei Judith habe ich den Papier-Zuschnitt ergattert und ich freue mich drauf, mich dieser Näherei zu widmen, wenn auf dem Zuschneidetisch wieder Platz ist.
 

Montag, 18. August 2014

Lavendelsäckchen

Vor einiger Zeit benötigte ich ein kleines Mitbringsel, Gelegenheit ein Lavendelsäckchen zu nähen.
Die Maße ergaben sich aus einem vorhandenen Streifen Damast, Reststück einer Tischdecke. Ebenfalls aus dem Fundus eine abgetrennte Klöppelspitze, deren Rest als Zugtunnel angenäht ist.
Da ich keine Teefiltertüten vorrätig hatte habe ich aus Geschenkorganza von der Rolle eine Innenhülle genäht und gefüllt. Diese dann in das Säckchen gesteckt, so kann man schnell mal neu füllen.


Zusammen mit einer exotischen Topfpflanze mit ganzjähriger Blüte wurde das Säckchen verschenkt

Dienstag, 12. August 2014

Lampenschirm aus Weimarer Porzellan

Schon lange Zeit schaue ich nach einem Lampengestell und Sammeltassen für ein besonderes Projekt. Als neulich ein Lampenschirm zu Bruch ging fügte sich alles zusammen für einen "neuen" Lampenschirm in der Küche.
Eine Diamant-Lochsäge für 3 cm Durchmesser kam zum Einsatz. Von Hand benötigt es etwas Feingefühl, um das Werkzeug gerade in die Tasse bzw. auf dem Unterteller zu führen. Etwas Bruch (2 Tassen) war einkalkuliert, die Verwendeten fand ich in einer Second-Hand-Geschenkekiste für Polterabende. Die Teller sind von einem anderen Porzellan-Hersteller, passen durch die Rillenstruktur gut dazu.

Die Tassen sind Weimarer Porzellan aus DDR-Zeit. Wie für viele Thüringer Porzellan-Hersteller verbirgt sich dahinter eine wechselvolle wirtschaftliche Geschichte.
Es gab diese Gedecke in unterschiedlichen Ausführungen. Gesehen habe ich schon Tassen mit Kobaltblauer Glasur auf der Fläche ohne Vertiefungen. Exemplare, die bis zu diesem Arbeitsgang tadellos durchgelaufen waren erhielten noch Goldverzierungen.
Für meine Zwecke waren dünne, weiße Tassen am besten geeignet. Leuchtmittel ist LED.