Donnerstag, 19. Februar 2015

Quiltübungen und Einkaufsbeutel

2015 werde ich Quilten üben um die Methode zu finden, die mir liegt. Für diesen Vorsatz finden sich viele Gelegenheiten. Erst mal Stoffe aneinander stückeln; am besten etwas kleines handliches: also einen Einkaufsbeutel.



 
Stoffwahl
Kopfkissenbezüge die ich geschenkt bekam nutze ich für eine kleine Streifen-Patchwork-Näherei, inspiriert von einem Video. Ein Rosenmuster auf cremefarbenem Untergrund ist schuld daran, dass reichlich Grüntöne verwendet sind weil ich passende Rottöne der Rosen nicht finden konnte. Das Paisley-Muster ist sehr dominant und der Stoff obendrein weich gewebt eher für Bekleidung geeignet. 

Vorderseiten Taschen
6 Streifen von 6 cm Breite nähe ich aneinander und wie im Film entstehen bei mir 12 Quadrate.
Diese Technik ist nicht ganz so einfach wie sie aussieht, denn die Außenkanten mit Schrägschnitt dehnen sich ungleich mehr als welche mit Geradschnitt.


Rückseiten Taschen
2 helle und dunkle Stücke ehemaliger Gardinen schneide ich in 15 cm breite Streifen und verbinde sie an einer langen Seite. Dieses Duo zerteile ich in 6 cm breite Streifenpaare und nähe daraus einen lange hell-dunkel-Stoffstreifen.


Wie beim Lasagnequilt verbinde ich alles zu einer länglichen Fläche in passender Breite für die Beutel. Durch weiteres Ansetzen wird es mit Vorderteil zu einer Fläche von etwa 40 x 80 cm verbunden.

Quilten
3 Lagen (die Patchworkfläche obenauf) fixiere ich mit Stecknadeln. An der Nähmaschine versenke ich den Stofftransport und setze den Stopf-Fuß ein. Die Fadenspannung erhöhe ich etwas. Eine neue Universal-Nadel ist eingesetzt und die Maschine im Spuhlenbereich gereinigt.
Erst mal bewege ich den Stoff unter der Nadel im Kreis, so langsam werden die Stiche gleichmäßiger und ich schaffe es, vor dem Bewegen der Stoffe zu warten, bis die Nadel unten in Position ist.
Die Rückseite verbinde ich mit geraden Nähten längs und quer

 

Als nächstes probiere ich einen Wellen-Zierstich. Mit einem Frixion-Stift und einem großen Teller male ich den größten Kreis auf. Beim Führen des Stoffes am Ende der 1. Runde biege ich etwas ein und nähe als Schnecke weiter. Das Tückische dieser Technik zeigt sich am Ende, denn durch das beim Quilten übliche Schrumpfen bildet sich im Kreisinneren eine Erhöhung, die es zu bändigen gilt.
Übrigens löscht sich der Frixion Stift mit der warmen Kante des Bügeleisens wie von Zauberhand.

 
Auf die Rückseite nähe ich Linien, das liegt mir mehr als Kreisbewegungen.
 

Der 3. Taschenkörper bekommt wie oft üblich Quiltnähte neben der Naht zur Fixierung der Nahtzugaben im Inneren. Die Linien aus der Mitte verlängere ich bis ans Ende des Stoffstückes.


Bei der letzten Fläche erinnere ich mich an ein Sashiko-Muster und beginne mittig mit Labyrinth-ähnlichen Linien immer ums Eck bis die Fläche voll ist.


Fazit
Das Bewegen vom Stoff unter der Nadel gelingt mir schon etwas besser, beim geradeaus Nähen fühle ich mich am sichersten. Ernüchternd ist die Ansicht auf der Rückseite. Dort haben sich kleine Schlingen gebildet. Stückweise ist auch mal die Fadenspannung akzeptabel.


Weiß jemand, woran das liegt? Was muss ich noch beachten?
Liegt es an der Maschine, an Einstellungen?


Ob ich die Beutel behalte weiß ich noch nicht, solide stabil sind sie ja.
Auf jeden Fall bleiben mir die Erfahrungen der Quilt-Übungen: RUMs



Habt Ihr auch Einkaufs-Taschen genäht?
Dann lade ich ein zum Verlinken bei Nix Plastix
 

Kommentare:

  1. Deine Taschen sind wieder sehr, sehr schön geworden. Muster und Farben harmonieren perfekt. Und dein Freihandquilten ist dir doch ziemlich gut gelungen. Das motiviert sicherlich zum Weitermachen.
    LG
    Siebensachen

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  2. Für gerade Quiltnähte nehme ich gerne einen Obertransportfuß, damit gibt es bei mir zumindest keine Schlingen auf der Rückseite. Freihandquilten hab ich bis jetzt noch nicht probiert.... davor hab ich ein klein wenig bammel :) Diese Taschen sehen top aus. Die brauchst du nicht zu verstecken.
    Liebe Grüße
    Gusta

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    1. Danke für Deine Ermutigung.
      Obertransportfuß habe ich bei einer anderen Übung ausprobiert. Leider hat es damit nach dem Nähen über gestapelte Nahtzugaben Stiche ausgesetzt.

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  3. Der Obertransportfuß ist ja aber wirklich nur für gerade Nähte geeignet...
    Ich dachte, es wäre besser, die Fadenspannung zu verringern anstatt zu erhöhen.
    Ansonsten sehen die Beutel klasse aus! Und Du warst richtig fleißig und hast die verschiedensten Varianten ausprobiert.
    LG Judy

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  4. Ich find's Klasse - weiter so!
    GLG Gabi

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  5. Hallo,
    schöne Taschen sind aus dem Stoffmix entstanden.
    Zu den Schlaufen hätte ich noch Tipps: die Fadenspannung muss bei verschiedenen Stoffschichten meist neu eingstellt werden, mit einem identischen Probestück probieren. Vielleicht ist auch die Maschine etwas verstaubt, (ich sauge beim Bodensaugen immer auch einmal "über" die Maschine) oder die Nadel ist stumpf, beim Quilten empfielt sich eine neue, spitze zu nehmen.
    LG
    Siegrid

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  6. Hallo, sehr interessante Beschreibungen. Daran dachte ich noch garnicht, die Stopffuntion an der Nähmaschine auszuprobieren.
    Bin übrigens immer noch mit dem Weben von Jeansstreifen beschäftigt.
    LG schurrmurr

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