Sonntag, 30. Oktober 2016

Patchwork-Blätter für die Küche

Martina hat für die Stoffspielerei* das Thema Blätter ausgewählt. Das passt perfekt zur Jahreszeit, da fallen auch gerade Blätter von den Bäumen und ich denke an das Lied: Wenn die Blätter fallen ... (Reform, electra)


Inspiriert von Valomeas Schnipsel-Näherei habe ich grün gefärbte Stoffreste zu Patchwork-Blättern vernäht. Zum ersten Mal habe ich auf Papier genäht. Die Umrisse der Blätter konnte ich so besser treffen. Es ist erfreulich, wenn man zum Papier entfernen Hilfe hat.

 
Je 2 Blatthälften sind überlappt ineinander passend geschnitten wie beim freien Patchwork (rote Linie).

 

Verbunden mit einem 3 cm breiten Band fügen sich die Kurven aneinander und das Blatt ist fertig zum Lagen schichten und quilten.


An Stelle von Papier-Piecing ist für mein Nähbeispiel Foundation-Piecing (Patchwork auf einer Unterlage, die bleibt) zweckmäßiger: Patcht man die Blatthälften gleich auf eine vorgeschnittene Vliesform entfällt das Papier pulen und das Vlies bringt gleich Volumen. In jedem meiner Blätter liegen gestapelt 2 neue Spültücher, die Größe war nahezu perfekt. Die abgeschnittenen Vlies-Ecken sind mittig verteilt zwischen den Vlieslagen. Die untere Lage besteht aus einfarbig grünem Stoff. Meine Gritzner Tipmatic schafft all die Lagen locker. Umrandet sind die Blätter mit Schrägband, das sich gut in die Kurve legt. Auch als Mittelsteg ist Schrägband geeignet.

Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich Topflappen oder Maxi-Tassenteppiche nähen soll. Deshalb sind Aufhänger angenäht. Die Blätter sind in der Küche dekorativ und vielseitig einsetzbar.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Shirts und Schirm reparieren

Warum reparieren?
Es gibt viele Antworten.
Ich mache es weil es immer eine Herausforderung ist, eine Lösung zu finden und umzusetzen.


Spinne über dem Loch

Ein Shirt habe ich geändert (Kapuze ersetzt) und festgestellt, dass hinten unter der Schulter ein Loch im Jersey ist. Mit Frixion-Stiften hatte ich schnell ein Spinnennetz aufgezeichnet und nachgestickt mit Rückstichen und Kettenstichen. Die Spinne ist aus einem Mini-Jerseykreis mit fest gestickt. Die roten Striche sind weg gebügelt.



Mit Stickern stopfen oder einfach applizieren

Ein Shirt meines Enkels war hinten kaputt, sicher vom Entfernen eines kratzigen Etiketts. Mit einer Auswahl von aufbügelbaren Stickern ist das Loch schnell weg. Nach dem Aufbügeln ist der Sticker ringsum angenäht.

 
ein Jersey-Kreis von Hand aufgenäht erfüllt den gleichen Zweck:
 
 
 
oder eine Reverse Applikation nach dem Motto: Wenn schon ein Loch ...
 
 
Meine Mutter hatte das Loch schon mit ihren Möglichkeiten repariert (rechts). Als Beispiel für den Talentcampus habe ich mit Schablone und Textilfarbe einen Kreis aufgemalt, Maschenjersey dahinter drapiert, mit Büroklebestift fixiert und umstickt bis mein Faden alle war (Rückstiche und Vorstiche). Nach dieser Rettungsaktion wollte ich gleich noch mehr Löcher.
 
Reparatur mit der Schere
 

 
Regenschirm-Reparatur
 
Immer wieder lösen sich die Schirmspannelemente. Mit einem Stückchen Draht wollte ich es reparieren, fand keinen ... da kam mir eine Idee:
 
 
Büroklammern eignen sich viel besser, da gibt es keine piksigen Drahtenden.
 

Buchrezension: Stoff-Manipulation - 150 kreative Nähtechniken

Ein Nachschlagewerk für Techniken zur Stoffmanipulation in deutscher Sprache zeigt 150 kreative Nähtechniken gegliedert in Oberflächentechniken:
  • Falten und Biesen
  • Kräuselungen & Raffungen
  • Dreidimensionale Effekte
Die Autorin Ruth Singer nennt es "spielen mit Stoff". Arbeitsschritte und Oberflächen sind anschaulich durch Zeichnungen und Fotos illustriert. Projektvorschläge ergänzen die Beispiele.

176 Seiten, Broschur
Format: 21 × 27,6 cm,
ISBN: 978-3-8307-0911-4
 
Die Faszination der Autorin für dekorative Textilien und ihre Begeisterung für historische Kleidung sind schon in der Einführung und dem Design Guide spürbar. Online gibt es Einblicke auf Ihrer Homepage, Ihrem Blog, bei Instagram und auch bei Pinterest.

Das Buch inspiriert dazu, mit Stoff zu experimentieren und eigene Ideen zu entwickeln.
Mich interessiert zur Zeit besonders Aufschneide-Technik mit dreidimensionalen Effekten. Ein Beispiel im Buch beginnt mit dem Zusammennähen von Schichten wie für Chenille und bekommt durch Materialkombination und Umklappen + fest nähen eine ganz besondere Oberfläche. Für meine Experimente möchte ich Jersey verwenden um Kleidung zu verändern. Smok habe ich bereits als alternative Schnittgestaltung in ein Oberteil integriert.

Das Buch stellte mir der Verlag auf Anfrage zur Verfügung. Eine weitere Rezension ist hier zu lesen.

Das Buch ist eine Alternative zu dem 1996 in englischer Sprache erschienenen Buch von Colette Wolff "The Art of Manipulating Fabric".