Dienstag, 17. April 2018

Buchrezension: Richtig nähen mit Overlock- und Coverlock-Maschinen

Immer mehr Hobbynäherinnen ergänzen die Nähausrüstung durch Overlock- und Coverlockmaschinen. Das Buch ...

 
Richtig nähen mit Overlock- und Coverlock-Maschinen
Autoren: Christelle Beneytout, Sandra Guernier
184 Seiten, 5. durchgesehene Neuauflage,
Format: 22 × 28 cm, Broschur
ISBN: 978-3-8307-0901-5
Verlag: Stiebner
 
 ... will eine Einführung für Anfänger und Fortgeschrittene sein. Grundlegende Funktionen werden vorgestellt und die Techniken des Zusammennähens und Versäuberns erläutert.

Das Buch wurde aus dem Französischen übersetzt, erschienen 2012. Inzwischen liegt die 5. durchgesehene Neuauflage von 2017 vor.  
Im 1. Kapitel geht es um den Unterschied zwischen Overlock- und Coverlockmaschinen. Zubehör und nützliche Helfer werden gezeigt. Einige repräsentative Maschinen und ihre Besonderheiten werden vorgestellt:
 
Overlock-Maschinen:
  • Brother 4234D
  • Elna 664 Pro
  • Janome MyLock 744D
  • Juki MO-644D
  • Pfaff Hobbylock 2.0
Coverlock-Maschinen
  • Brother Cover Stitch 2340CV
  • Elna 444
  • Janome Cover Pro 1000 CPX
Kombinierte Overlock- und Coverlockmaschinen 
  • Baby Lock Evolution
  • Bernina 1300 MDC
  • Pfaff Coverlock 4.0
  • Singer Professional 5
Kapitel 2 widmet sich ausführlich dem Einfädeln, Nahtbeginn, Nahtende sowie Einstellungen der Sticharten.
Im Kapitel 3 erfährt man, wann welche Sticharten verwendet werden. Viele Detailfotos zeigen den Einsatz verschiedener Nähfüße z.B. für Halsausschnitte.
Das letzte Kapitel offenbart mit vielen anschaulichen Fotos was alles - abhängig von der Maschine - möglich ist:
  • (O) Wave-Rollsaum-Programme
  • (O) Muschelsaum
  • (O) Festonstichprogramme
  • (C) Kettstiche als Verzierung
  • (C) Coverstiche mal anders rum (Rückseite)
  • (O&C) Biesen
  • (O&C) Paspeln
Das Buch beinhaltet genau die Informationen, die ich beim Kauf meiner Overlockmaschine Gritzner 788 gerne parat gehabt hätte. Dabei handelte es sich um einen Spontankauf aus einer Laune heraus. Bevor ich die Overlockmaschine hatte habe ich so etwas auch nicht vermisst. Inzwischen schätze ich die Besonderheiten und möchte diese Maschine nicht mehr missen.
 
Ich frage mich, ob es sich mit einer Coverlockmaschine auch so verhält. Nüchtern betrachtet ersetzt eine Coverlockmaschine die Stretch-Zwillingsnadel. Kettelnähte kenne bisher nur vom Auftrennen von Jeanshosen oder Hemden. Über die Anschaffung einer Coverlock denke ich in letzter Zeit öfters nach. In meiner engeren Auswahl sind
die Gritzner Cover Style 4850 (weil ich die Robustheit dieser Maschinenmarke schätze) und
die Janome Cover Pro 2000 CPX (weil die Referenzen gut klingen).
Eine Entscheidung zum Kauf kann mir das Buch nicht abnehmen.
Wie sind Eure Erfahrungen mit Overlock- und Coverlock?
 
Weitere Informationen und Rezensionen findet man hier, hier und hier.
Das Buch stellt mir der Stiebner Verlag auf Anfrage zur Verfügung.

Sonntag, 25. März 2018

Stoffspielerei mit Falten: Hemd wird Kissenbezug

ChristianeChristiane Christiane sammelt Stoffspielereien mit Falten. Ein spannendes Thema, eine Buchrezension für ein Buch zum Thema dazu ist seit einiger Zeit unter den Top 10 meiner Blogbeiträge. Ein Buch nur über Falten … ein vielseitiges Thema.

Zu meinem Nähprojekt hat mich 2012 Kirsten bei einer Stoffspielerei zum Thema Stoffmanipulation inspiriert.
 
 

Nähfußbreite Stehfalten, die ich anschließend wechselseitig mit weiteren Nähten fixiert werden sind auf einer Fläche für einen Kissenbezug verteilt. Ein Hemd mit schöner Streifenstruktur lieferte das Ausgangsmaterial. Um die Fläche in der benötigten Größe zur Verfügung zu haben fand das Rückenschnitt-Teil längsgestreift Verwendung und ein Vorderteil quergestreift.
 
 
Weil eine Tasche am Kissen praktisch ist fand die Brusttasche ein neues Plätzchen. Die Knopfleiste ist ebenfalls funktionell wieder verwendet.

 


Als Akzent für den wechselseitigen Umbruch der Stehfalten ist eine selbst gedrehte Kordel mit Zick-Zack-Stichen an die Bügelkante der Falten genäht. Auch umlaufend um das fertige Kissen bildet die Kordel einen Rahmen. Die roten Markierungen verschwinden durch bügeln. Fertig sieht das Kissen vorne und hinten so aus:
 


Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:
29.04.2018: „Schlipse“ bei
FeuerwerkbyKaze
27.05.2018: „Japan“ bei
madewithbluemchen
24.06.2018:  (Thema noch offen) bei
Nahtzugabe

weitere Themen: Tierwelt, Streifen, textile Miniaturen, ...
 

Buchrezension: Ran an die Nähmaschine

In ihrem Buch …


 „Ran an die Nähmaschine!“
Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung
Autorin:
Jenniffer Taylor
144 Seiten, broschiert
Abmessung: 261mm x 205mm x 15mm
ISBN-10: 3784355412
Verlag:
Landwirtschaftsverlag  LV.Buch

… ermutigt britische Schneiderin Jenniffer Taylor dazu, sich an das Herstellen der eigenen Kleider heranzutrauen. Ganz ohne Schnittmuster zeigt sie, wie einfach es sein kann, nach den eigenen Maßen Kleidung zu entwerfen und selbst zu nähen.

In der britischen Nähszene ist die Autorin durch ihre Auftritte im Fernsehen bei Great British Sewing Bee schon länger ein bekanntes Gesicht. Ihr allererstes Projekt als Nähanfängerin war ihr eigenes Hochzeitskleid, für das sie nicht einmal ein fertiges Schnittmuster benötigte.

Das Buch enthält keine vorgefertigten Schnitte, sondern ausführliche Anleitungen zum Herstellen ganz individueller Kleidung. Dafür werden gut sitzende Kleidungsstücke zerlegt, umgearbeitet und verziert, bis es schließlich aufs Ganze geht: Jenniffer zeigt, wie man an sich selbst Maß nimmt, um maßgeschneiderte Kleidungsstücke ganz nach den eigenen Vorlieben nähen zu können. Und das ist gar nicht so schwer!
Anfänger können sich von vorn nach hinten durcharbeiten, dabei Grundlagenwissen über wichtiges Nähzubehör, Stoffe und Techniken sammeln und sich bei ihren ersten Projekten an die Hand nehmen lassen. Jenniffer erklärt alles ganz genau und ohne komplizierten Fachjargon. Man kann sich von Upcycling-Projekten inspirieren lassen oder einfach beim Nähen über die Schulter und ins Nähkästchen schauen.

Ich habe das Buch mit den Augen einer Nähanfängerin gelesen. Die motivierte Schreibweise und die Fotos nahmen mich mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen meiner ersten Nähversuche. Ich wünschte, ich hätte zu dieser Zeit dieses Buch zur Verfügung gehabt. Besonders mag ich die kleinen Tipps zu jedem Projekt, die das Nähen erleichtern können.

Das Buch stellte mir BuchContact auf Anfrage zur Verfügung.

Sonntag, 18. März 2018

Buchrezension: Kleider selbst entwerfen mit der Grundschnittmethode

Im Buch ...
Autorin: Sara Alm
Format: 21,6 × 27,9 cm, Broschur, 176 Seiten
ISBN: 978-3-8307-0979-4
Blick ins Buch
stiebner Verlag

... geht es um das Erstellen und Anpassen von Grundschnitten für Bekleidung aller Stilrichtungen. So versprechen es Titel und Untertitel des Buches.

Die Autorin stellt Techniken vor, die helfen, eigene Entwürfe systematisch umzusetzen. Mit einfachem Handwerkszeug, Experimentierfreude und einem vorhandenen Grundschnitt eröffnet das Buch Variationsalternativen für Röcke, Oberteile und Hosen.
Eingehend erfährt man, wie gute Schnittschablonen erzeugt werden können. Grundlage dafür können vorhandene Schnittmuster oder Kleidungsstücke sein.
Anschaulich bebildert hilft das Buch bei der Erstellung einer persönlichen Schnittmusterbibliothek nach Maß unter Berücksichtigung von Bewegungszugaben. 
Basisschnittmuster mit Konstruktionslinien können mit formgebenden Teilungsnähten abgewandelt werden.
In meiner Nähbibliothek ergänzt dieses Buch ein vorhandenes Buch mit beiliegendem Oberteilgrundschnitt. Es ermutigt mich, weiter mit Abnäher-Varianten zu experimentieren und die Experimente auch auf Hosen und vielleicht sogar Röcke auszudehnen.

Sara Alm näht seit ihrem sechsten Lebensjahr. Seit ihrer Ausbildung in Schnittentwicklung an der kalifornischen Modeschule Apparel Arts arbeitet sie dort als Schnittkonstrukteurin, Designerin und Ausbilderin. Die Co-Autorin des Buches »Stilikonen« bietet auch Craftsy-Kurse an.

Das Buch stellte mir der Stiebner Verlag auf Anfrage zur Verfügung.
Eine weitere Rezension kann man hier  lesen.

Sonntag, 25. Februar 2018

Stoffspielerei mit Gesichtern als Applikation

Frau Nahtlust sammelt Stoffspielereien mit Gesichtern. Dieses Thema kommt genadelt bei mir selten vor. Deshalb ist es spannend, sich damit auseinander zu setzen. Eine Weile dachte ich an Fingerpuppen ...

Weil ich bisher nicht dazu kam zeige ich Euch ein anderes Projekt mit Gesicht, das ich immer noch mag. Zum Üben habe ich 3 Varianten probiert:

 
Ein Gesicht im Profil ist Ausgangspunkt für eine Fläche mit Jersey-Streifen als Haare.
Gesicht und Hut habe ich als Schablone aus festem Papier vorbereitet, Wildseide flächig um die Kanten gebügelt, mit Permanentmarkern bemalt und appliziert.

 
Hinter der Frisur verbirgt sich ein Karabiner als Ohrclip. Dort kann ich wahlweise Modeschmuck oder einen Einkaufschip tragen. Der Übergang zwischen Frisur und Hut ist von einem Blumenanstecker verdeckt. Die s/w Variante, bei der Hut und Hintergrund verschmelzen mag ich am liebsten.
 
 
Heute habe ich die Tasche mal wieder ausgeführt. Mein Enkel hat mir bei den Fotos geholfen.
Weil es windig war hatte die Tasche eine "Sturmfrisur". Ich werde mal die Haare etwas kürzen, beim Abstellen der Tasche schleifen sie ... sind anscheinend gewachsen ...
 
 
Bei den anderen Teilnehmerinnen gibt es weitere Experimente zum Thema Gesichter. Ich freue mich schon darauf, mir alles in Ruhe anzusehen.
 
Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt. 

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:
25.03.2018: „Falten“ bei Schnitt für Schnitt
29.04.2018: „Schlipse“ bei FeuerwerkbyKaze
27.05.2018: „Japan“ bei madewithbluemchen
24.06.2018:  (Thema noch offen) bei Nahtzugabe

weitere Themen: Tierwelt, Streifen, textile Miniaturen, ... 

Sonntag, 28. Januar 2018

Stoffspielerei mit Biesen

Martina von Machwerk sammelt Stoffspielereien zum Thema "Biesen".

Bisher dachte ich bei Biesen an knapp abgenähte Falten. Dass plastische Effekte mit der Zwillingsnadel auch so genannt werden war mir gar nicht bewusst. Erst in den letzten Tagen bin ich über den Begriff und die praktischen Zuordnungen gestolpert.
Spannend sind beide Möglichkeiten.


Abgenähte Falten als Biesen


Schon vor einiger Zeit habe ich mit Biesen in Form von abgenähten Falten als Abnäher-Alternative experimentiert. Bei einem Oberteilschnitt mit Abnäher im Schulterbereich habe ich das Volumen des Abnähers durch Biesen ersetzt: 6 Abnäher von 0,5 cm gleichen das Volumen des Abnähers aus.


 
Anschließend sollte die Schulterbreite zum zugeschnittenen Rückenteil passen, dann wird es passen.
Solche Biesen als Abnäher-Alternative kombiniert mit dem Thema Abnäher-Rotation bei Oberteilen finde ich spannend. Es gibt interessante Beispiele.

Übrigens verwende ich solche kleinen Stehfalten auch gerne, um einem Stehkragen mehr Stand zu geben. Für ein Jersey-Shirt habe ich es hier beschrieben.

Spielerei mit der Zwillingsnadel und Jersey-Lagen

Die Zwillingsnadel habe ich erst vor ca. 2 Jahren zum ersten Mal benutzt. Meistens verwende ich sie, um Jerseykleidung umzunähen. Das Angebot an Zwillingsnadeln ist im Vergleich zur Vielfalt von Nähnadeln überschaubar. Mehr Vielfalt würde ich begrüßen. Immer mal kommt es vor, dass 75er oder 80er Stretch-Zwillingsnadeln Stiche auslassen, besonders wenn das Material Elasthan enthält. 90er Zwillingsnadeln oder stärker sind sicher für Baumwolle und Jeans. Die starken Zwillingsnadeln verwende ich selten.

Als ich die Zwillingsnadel "entdeckt" hatte musste ich ein paar Ideen mit mehreren Lagen Jersey ausprobieren, das macht Spaß.

Ein Shirt mit schwarzem Jersey-Streifen darüber bekam ein paar geschwungene Zwillingsnähte mit Multicolorgarn. Ausgewählte Bereiche sind anschließend frei geschnitten, das war der Plan. Es ist eine Reverse-Applikation geworden.
 

 

Ein elasthanlastiges Shirt habe ich mit buntem Schnittklon hinterlegt. Bei offenen Seiten- und Armnähten sind die Lagen mit Zwillingsnadelkurven überzogen und frei geschnitten; auch zwischen der 6 mm breiten Zwillingsnaht.
Es sind viele Fehlstiche entstanden (Oberschicht: viel Elasthan). Seither probiere ich vorab immer auf Projekt-Stoffschnipseln die Stichqualität von Nähprojekten, das erspart Frust und Auftrenn-Aktionen.
 
 
 
Nachtrag: Gerade habe ich gelesen, dass die Biesen in meinem zuerst gezeigten Beispiel auch Stehfalten genannt werden. Wieder was dazu gelernt, das hört nie auf.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt. 

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:

25.02.2018: „Gesichter“ bei Nahtlust
25.03.2018: „Falten“ bei Schnitt für Schnitt
29.04.2018: „Schlipse“ bei FeuerwerkbyKaze
27.05.2018: „Japan“ bei madewithbluemchen
24.06.2018:  (Thema noch offen) bei Nahtzugabe

weitere Themen: Tierwelt, Streifen, textile Miniaturen, ...

Samstag, 27. Januar 2018

Buchrezension: Quilten – Taschen & Geschenke

Quilten – Taschen & Geschenke
36 Nähprojekte im japanischen Stil
Autorin: Akemi Shibata
144 Seiten, Format 21 × 26 cm, Broschur
ISBN: 978-3-8307-0968-8
Stiebner Verlag
Blick ins Buch

36 Anleitungen für Taschen und Geschenke im typisch asiatischen Patchwork-Stil mit Applikationen bringen Abwechslung in diese faszinierende Art der Handarbeit.  
Shopper-Taschen, Bowling-Bags, kleine Kosmetiktäschchen in Tassen- oder Eulenform, Blumenkork, Näh-Etuis  in traditionellen dezenten Farben und Stoffen können nachgenäht werden.

Die japanische Autorin Akemi Shibata beschreibt die Erstellung der einzelnen Stücke von der Konstruktion, über den Entwurf des Quilt-Musters bis zum letztlichen Zusammensetzen und der Ergänzung weiterer Details wie Außentaschen, Reißverschlüsse oder aber Henkel sehr präzise. Viele Detailzeichnungen ergänzen die Anleitungen sehr anschaulich. Schnittmuster und Applikationsmusterzeichnungen in Originalgröße sind im Anhang des Buches abgebildet. So bekommt man gleich einen Eindruck von der Größe oder besser Niedlichkeit einzelner Nähprojekte.

Der Einsatz von beige- und braunen Farbtönen mit bunten Akzenten ist im japanischen Stil faszinierend. Es gibt harmonische Kombinationen, die ich so nicht zusammenstellen würde aber sehr stimmig finde. Auch die Größenverhältnisse und Proportionen der Nähprojekte sind für mich ungewohnt aber reizvoll. So ist das Buch eine willkommene Bereicherung in meiner Nähbibliothek. Es hilft mir, Nähgewohnheiten zu erweitern und macht Mut, mal etwas Anderes zu probieren.

Das Buch stellte mir der Stiebner Verlag zur Verfügung. Weitere Rezensionen kann man hier und hier lesen.

Buchrezension: Nadel und Faden Das Handbuch der Stiche und Nadelarbeiten

Ein umfangreiches Nachschlagewerk für Sticktechniken und Stickstiche hat die Autorin Sarah Whittle zusammengestellt in dem Buch:  
Nadel und Faden Das Handbuch der Stiche und Nadelarbeiten
Autorin: Sarah Whittle
ISBN: 978-3-258-60072-7
240 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen
gebunden, 19 x 24,6 cm, 1041 g

Im ersten Teil des Buches werden auf 90 Seiten Techniken der Oberflächengestaltung durch aufgebrachte Fäden und Stoffe vorgestellt. Eine Unterteilung nach fadengebundener Stickerei, fadenungebundener Stickerei, Quilten, Patchwork und Applizieren bildet das inhaltliche Gerüst, um mehr als 50 Techniken der Nadelkunst mit Maschine oder von Hand vorzustellen. Über 160 verschiedene Stiche werden gezeigt:
  • Nadelmalerei
  • Freies Sticken
  • Weißstickerei
  • Lochstickerei
  • Perlenstickerei
  • Assisi-Stickerei
  • Quilten
  • Patchwork
  • Applikation
  • Nadelfilzen
  • Schiffchenarbeit
  • Knoten
  • Legetechnik
  • Grundstiche
  • Reihenstiche
  • Kreuzstiche
  • Einzelstiche
  • Geradstiche
  • Schlingstiche
  • Kettenstiche
  • Durchbruchstiche
  • Gobelinstiche
  • ...
Zahlreiche Abbildungen geben einen Eindruck von ungeahnten kreativen Möglichkeiten. Zu jedem der vorgestellten Stiche gibt die Autorin Tipps und Empfehlungen für die Stoff- und Garnwahl. Jeder Stich wird zusätzlich zur bebilderten Stichfolge mit seinen Bezeichnungen, seinem Entstehungs- und Verwendungszusammenhang, seinen kniffeligen Besonderheiten, seinen Varianten und der bevorzugten Auswahl von Garn und Stoff erläutert.
Die englische Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel The Needlecraft Style Directory.
Sarah Whittle ist Stickkünstlerin, Illustratorin und Gründerin der Netzwerk-Website http://handembroidery.ning.com (deaktiviert). Sie stickt seit über zwanzig Jahren und führt ihr eigenes unabhängiges Unternehmen ArtyThreads, für welches sie eine breite Palette an handgesticktem Schmuck, Innendekorationen und Geschenkartikeln anfertigt. Der Blog der Autorin ist leider nicht frei zugänglich. Bei Pinterest gibt es viele Einblicke. 
Das Buch ist eine Bereicherung in meinem Bücherregal. Schwerpunkt des Buches ist die Vielfalt der Handstiche. Viele davon haben einzeln oder kombiniert gestalterisch interessantes Potential, ein paar Möglichkeiten möchte ich demnächst gerne ausprobieren.
Das Buch stellte mir der Haupt Verlag auf Anfrage zur Verfügung.

Sonntag, 26. November 2017

Dreidimensionale kalorienfreie Stoffspielerei für eine Bäckerei

Textile Werke sammelt Stoffspielereien zum Thema "Dreidimensional". Genau genommen passt thematisch alles, das räumlich ist. Auch textile Werke, die flach an der Wand hängen können dreidimensionale Effekte enthalten. So gesehen ist es ein vielfältig spannendes Thema.

Nach einigen Überlegungen und vergeblicher Suche nach Zeit, um etwas schon lange geplantes, das zum Thema passt zu nähen zeige ich etwas, das gleich mehrfach zum Thema passt. Während dem Projekt Talentcampus Theaterwerkstatt entstanden textile Backwaren. Über das Projekt habe ich hier bereits berichtet.

Im Anschluss waren diverse Nähzutaten übrig und animierten mich, weitere Backwaren zu nähen. Besonders Cupcakes eignen sich gut für phantasievolle textile Gebilde.

 
Die Oberfläche ist eine ideale Spielwiese für Stoffmanipulationen verschiedenster Art mit ausgefallenen Textilien, Bändern, Bordüren, Tüchern, Schals, Stoffreste ...
 
 
So entstanden weitere Cupcakes mit textiler Bemalung, Rüschen aus Geschenkbändern, aus Bändern gewebter Oberfläche, Chenille, Jerseystreifen als Appikation, Stern-Applikation ...  
 

 
 

 

 

 
 
 
 
 
Auf die Dekoration mit kleinen Teilen, die sich ablösen könnten habe ich verzichtet. Die Cup-Cakes möchte ich einem regionalen Kindergarten als Spielzeug schenken für den Kaufmannsladen oder Teepartys in geselliger Runde.
 
Es macht Spaß, den Nähfundus zu durchstöbern und neu zu ordnen auf der Suche nach geeignetem Material. Ein unbeschreiblicher Spaß ... und das Beste: garantiert kalorienfrei.

 
Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt. 

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:

31.12.2017: Weihnachtspause
28.01.2018: „Biesen" bei Machwerke
25.02.2018: „Gesichter“ bei Nahtlust
25.03.2018: „Falten“ bei Schnitt für Schnitt
29.04.2018: „Schlipse“ bei FeuerwerkbyKaze
27.05.2018: „Japan“ bei madewithbluemchen
24.06.2018:  (Thema noch offen) bei Nahtzugabe

weitere Themen: Tierwelt, Streifen, textile Miniaturen, ...

Buchrezension: Quilten mit Pep

Um Improvisation als Konzept geht es in dem Buch

Quilten mit Pep
Inspirationen für traumhafte Muster
Autorin: Lucie Summers
Blick ins Buch
Broschur 21 × 27,6 cm, 128 Seiten
ISBN: 978-3-8307-0923-7
Verlag: Stiebner

In der Einführung erläutert die Autorin ihre Auffassung von improvisieren, die nichts mit schlecht genähten Quilts zu tun hat. Die vorgestellten Blöcke sind mit etwa 5 mm Nahtzugabe genäht. Im Unterschied zu traditionellen Quilts wurden für die Nähprojekte im Buch gestalterische Entscheidungen erst im Verlauf des Arbeitsprozesses getroffen.
Für die Quiltbausteine = Blöcke sind 12 bekannte Blockmuster und Techniken Ausgangspunkt:
  • applizierter Kreis
  • Basket Weave
  • Kettengenähte Streifen
  • Chevrons
  • Crazy-Quilt-Dreiecke
  • Kreuzblock
  • Half-Square-Triangles
  • Log Cabin
  • Vierecke
  • Bullaugen
  • Viertelkreise
  • String-Block
  • X-Block
Im ersten Teil des Buches sind anschaulich bebilderte Anleitungen zum Nähen der Blöcke und Techniken erläutert. Das Nähen ist durch die relativ freien Maße und Zusammensetzung entspannt möglich. Ist die Blog-Größe noch nicht erreicht setzt man einfach einen weiteren Streifen an.
Im zweiten Teil des Buches erhalten wir Einblicke, welche Alltagseindrücke die Autorin zu den vorgestellten Quiltflächendesigns inspiriert haben. Maßangaben und farbige Anordnungsgrafiken gibt es einzeln für alle 12 Quilts.
Im Abschnitt Grundtechniken sind allgemein gültig Informationen und Hinweise zum Zusammen nähen, bügeln, Fertigstellen und quilten zu finden.

Konzept und Herangehensweise dieser improvisierten Muster finde ich spannend und bestens geeignet für meine Vorlieben zum Zusammennähen von Stoffresten zu Quiltflächen. Das Buch ist eine neue Inspirationsquelle zum Nähen von Improv-Quilts aus meinem Stoffbestand sowie upcycelten Textilien. Zum Thema Quilten hätte ich mir mehr Informationen gewünscht als 2 Seiten. Die Autorin quiltet vorzugsweise mit Maschine + Obertransportfuß in geraden oder dem Muster folgenden Linien. Gelegentlich quiltet sie mit buntem Baumwollgarn im Kantha-Stil von Hand.

Das Buch stellte mir der Stiebner Verlag auf Anfrage zur Verfügung.
Weitere Buchrezensionen kann man hier und hier lesen.